Geschichte der 4 Membras(lat. Mitglieder)

Die Komturei Heimbach besaß noch 4 Membras,also Unterkomtureien.

Zu ihnen gehörten Speyer,Mußbach,Bruchsal und Weißenburg.


Membrum Speyer:

1183 / 89- Bereits Ende des 12. Jahrhunderts unterhielten die Hospitaliter in Speyer (im heutigen Johannitergässchen) ein eigenes Hofgut mit eigener Kapelle. Eben das Membrum Speyer.Unterstellt waren sie der Kommende in Heimbach.Es sind keine Reste vorhanden.

Das Hofgut war eine sogenannte Gransea –dort fand man die Grabplatte des großen deutschen Königs Rudolf von Habsburg, wahrscheinlich ist er dort gestorben.

Die Grabplatte schmückt heute den Eingangsbereich der Krypta des Kaiserdoms zu Speyer!

Codex aureus Epternacensis oder Speyerer Evangeliar

http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptwerke_der_ottonischen_Buchmalerei

Heinrich III. und Agnes vor der thronenden Maria und Dom zu Speyer

Umschrift: O regina poli me regem spernere noli / me tibi commendo praesentia dona ferrendo / patrem cum matre quin iunctam prolis amore / ut sis adiutrix et in omne tempore fautrix.

Buchmalerei um 1050 (Echternach)

 

 

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Bernhard von Clairvaux predigt im Dom, Dezember 1146
An Weihnachten 1144 eroberten die Seldschuken die
Hauptstadt Edessa des gleichnamigen Fürstentums im
nordwestlichen Mesopotamien. (...) Ein Aufstand der
christlichen Einwohner 1146, wurde blutig niederge-
schlagen, die Stadt zerstört und die Überlebenden in die
Sklaverei geführt. Dieses Ereignis erregte das Mitgefühl
des christlichen Abendlandes. Der Papst rief zum Kreuz-
zug gegen den Islam auf. In Frankreich fand der Ruf das
Heilige Land zu befreien großen Widerhall.

(...) Bernhard von Clairvaux, der "ungekrönte Herrscher
Europas" warb in Deutschland für den Kreuzzuggedanken.

Sein Ruf "Gott will es" fand aber bei Kaiser Konrad III.
wenig Anklang. Im Dezember 1146 begab sich der Kaiser
mit den Großen des Reiches von Frankfurt nach Speyer,
um hier das Weihnachtsfest zu feiern. Bernhard zog ihm
entgegen. In der alten Kaiserstadt sollte die Entscheidung
fallen. Bei seinem Einzug in den Dom stimmte das Volk das
"Salve Regina" an.

Bernhard soll nun in seiner glühenden Marienliebe die Worte
hinzugefügt haben: "O clemens, o pia, o dulcis virgo Maria"
(O milde, o gütige, o süße Jungfrau Maria).

Bernhards Predigten an den Weihnachtsfeiertagen ver-
mochten nicht, den Widerstand des Kaisers zu brechen.
Am 27. Dezember erinnerte Bernhard den Kaiser beim
Gottesdienst mit eindringlichen Worten an seine Pflicht. Da
nahm Konrad den Ruf "Gott will es" auf und mit ihm die
Großen des Reiches. Wie ein Zeitgenosse berichtet, trug
Bernhard "das Banner vom Altare weg und gab es dem
Kaiser in die Hand, damit er es im Heere des Herrn per-
sönlich trage". Der Kreuzzug brachte nicht den erwarteten
Erfolg. (...)

Ein Kranz von Legenden windet sich um Bernhards Aufent-
halt in Speyer. So soll er, als er die Worte: "O clemens,
o pia, o dulcis virgo Maria" sprach, einen gewaltigen Sprung
bei jeder Ausrufung dem Altare zu gemacht haben. Zur Er-
innerung daran seien in den Boden des Mittelschiffes drei
große steinerne Rosen eingelassen worden. Auch Kranken-
heilungen sind von ihm überliefert.

Eine andere Legende erzählt, daß das wundertätige Mutter-
gottesbild im Dom den Gruß des Heiligen jedesmal mit
"Salve Bernharde" erwidert habe. Einmal habe er sich,
ganz gegen seine Gewohnheit, verspätet. Marias ernste
Frage: "Sancte Bernharde, unde tam tarde?" (Aber St.
Bernhard, warum läßt du so lange auf dich warten?) habe
ihn aber so verwirrt, daß er "gar übel das paulinische Wort
zitierte: "Mulier taceat in ecclesia!" (Das Weib hat in
der Kirche zu schweigen). Von da an habe das Madonnen-
bild für immer geschwiegen.

Nach seiner Heiligsprechung wurde St. Bernhard dritter
Patron des Domes. In den Jahren 1953/54 erbaute man
auf dem Alten Friedhof zum Zeichen der Aussöhnung
zwischen den beiden Nachbarvölkern Frankreich und
Deutschland die Friedenskirche St. Bernhard.


Der Herrenhof in Neustadt Mußbach

ist das einzigst  heute noch existierende Membrum!

 

Man betritt den Herrenhof durch ein Renaissance-Eingangsportal, das aus massiven Buckelquadern erbaut ist und Teil eines großen Renaissance-Torturmes war, der leider 1811/12 abgerissen wurde. Die den Hof um­gebende, heute noch teilweise über 5 Meter hohe Ringmauer weist darauf hin, daß der Hof auch als Wehrhof diente. Innerhalb dieser ehrfurchtgebietenden Mauern befindet sich ein herrschaftliches, 1773/74 im edlen Barockstil erbautes Herrenhaus, das dem Orden als Schaffnerhaus diente.

Unmittelbar daneben steht das sogenannte Holländerhaus (Dachform) oder Kutscherhaus (Wohnung des Kutschers), das um 1775 aus den übriggebliebenen Sandsteinen des alten Schaffnerhauses erbaut wurde. Gleich rechts von dem Hofeingang befindet sich ein langgestreckter Anbau, der als Arbeiterhaus die Bediensteten des Herrenhofs aufgenommen hat. Unmittelbar auf der Südseite der St. Johanneskirche liegt der mächtige Getreidekasten, zu welchem man durch den Treppenturm mit einem einzigartigen Renaissance-Portal gelangt. Die Ausführung des Aufgangs zum Getreidekasten deutet darauf hin, daß derselbe vormals zu einem  Herrschaftshaus gehörte. Dieses Schaffnerhaus stand einst senkrecht zum Getreidekasten und reichte bis zur Mitte des südlich davon gelegenen Weges. In der teilweise erhaltenen Ostmauer sind noch Fenster und  Torbögen zu erkennen.

Das große gotische, aus Sandsteinen erbaute Schaffnerhaus ist in den Kriegen des 17. Jahrhunderts so stark beschädigt worden, daß es abgerissen werden mußte. Ursprünglich war dieser Hof auch Gerichtsort, also Ding-Hof. Heute noch sehen wir an den Torgewändern eigenartige Rillen, sogenannte Wetzrillen, die einerseits Zeichen dafür sind, daß hier einmal öffentlich Gericht gehalten wurde, andererseits anzeigen daß durch das Wetzen Steinpulver gewonnen wurde, dem man heilbringende, magische oder unheilabwehrende Kräfte zumaß. Diese sogenannte niedere Gerichtsbarkeit blieb in diesem Dorf bis zur Französischen Revolution. Das alte Gerichtssiegel von Mußbach ist bis heute Dorfwappen geblieben.

Im Westen zieht sich ein mächtiges Kelterhaus an der Lutwitzistraße entlang. Am nördlichen Ende ist ein geräumiger Schuppen (Remise) angebaut. In diesem Schuppen waren diverse Ackergeräte und der Wagenpark untergebracht. Dem Orden diente dieses Gebäude als Scheune und die Remise als Kelterplatz.

Im Süden schließt sich dann die Werkstatt an, ebenso die Stallungen. Hinter dem Herrenhaus und den Stallungen befindet sich ein großer parkähnlicher Pflanzgarten und der über sechs Morgen große  Johannisgarten, der bis zum heutigen Tag als Weinberg genutzt wird. Inmitten des Hofes liegt der 25 Meter tiefe Brunnen, der versiegt ist. Über 200 Jahre verblieb nun dieser Fronhof in der Eigenbewirtschaftung des Benediktinerklosters Weißenburg, zuerst mit 45, später mit 24 hörigen Bauern. Mit dem Rückgang der klösterlichen Machtfülle zugunsten der Adelsherrschaft schied 991 der Herrenhof zu Mußbach aus der Klostergrundherrschaft aus.

Herzog Otto von Worms (von Kärnten) nahm ihn mit 67 weiteren Herrenhöfen dem Kloster Weißenburg ab. Nach klösterlicher Meinung wurde das Gut geraubt. Damit gelangte der Besitz an weltliche Grundherrschaften, zuerst an das Geschlecht der Salier und anschließend der Staufer, die ihn zur Bewirtschaftung zu Lehen weitergaben. Nachdem die salischen und staufischen Standesherren auf dem 2. Kreuzzug (1117 bis 1149) den Orden des Heiligen Johannes kennengelernt hatten, kam es anschließend zu Gründungen von Ordenshäusern auch im deutschsprachigen Raum. So gründete Kaiser Friedrich I. Barbarossa aller Wahrscheinlichkeit nach 1185  die Kommende Heimbach, das heißt er übergab das zur Burg Germersheim gehörende Jagdschloß in Heimbach bzw. die Klostergebäude eines Männerklosters dem Johanniterorden zur Nutzung und stattete diese Kommende mit Grundbesitz, Rechten und Abgabefreiheit aus.

Im Laufe des 13. Jahrhunderts flossen dann der Kommende Heimbach zahlreiche Schenkungen zu, nachdem Philipp von Schwaben 1207 in Basel bestätigt hatte, daß ohne eine kaiserliche Zustimmung dem Orden des Heiligen Johannes Schenkungen gemacht werden durften. Im Zuge dieser Schenkungen übergab 1290 Werner, Schenk von Ramberg - das Geschlecht der Ramberger bewohnte die Ramburg, sie waren Reichsministeriale und nahmen das Schenkungsamt auf dem Trifels wahr - die ihm überlassenen hohenstaufischen Patronatsrechte und Gefälle in Mußbach dem Johanniterorden. Damit wurde der Grundstein  gelegt zum ersten Ordenshaus der Kommende Heimbach, das sich in der Folge zum ertragsreichsten Filialhaus im deutschen Großpriorat entwickeln sollte. 1297 schenkte Gerhard von Mußbach - er hatte keine männlichen Erben sondern 6 Töchter - wesentliche Teile seines Grundbesitzes in Mußbach und Freisbach der Kommende Heimbach.

Die Ritter von Mußbach lebten 250 Jahre im Dorf, aus der Linie der Vettern des Gerhard von Mußbach waren Egeno von Mußbach, von 1306 bis 1317, und Richard von Mußbach, von 1323 bis 1324, Komture der Kommende Heimbach. Schließlich soll der  Templerorden 1242 ein Haus mit vielen Gütern in Mußbach geführt haben, das nach dem Prozeß wegen Ketzereien 1311 bis 1312 im Zuge der Auflösung des Templergrundbesitzes an den Johanniterorden gefallen sein soll. Ob der Johanniterorden bereits 1244 ein Haus in Mußbach hatte – in diesem Jahr schenkte Pfalzgraf Otto II. dem Orden die Zehntrechte in Königsbach, einem dem Ort Mußbach benachbarten Weinort, - ist nicht erwiesen. Tatsache ist, daß der Johanniterorden ab 1290 Grundherr in Mußbach wurde und in der Folge den Herrenhof mit großen Liegenschaften bewirtschaftete.

Natürlich erlebte das Ordenshaus in Mußbach in seiner 500jährigen Zugehörigkeit zum Johanniter- bzw. später zum Malteserorden alle Höhen und Tiefen der friedvollen und weniger friedvollen Zeiten mit. Bereits um 1350 ging es der Komturei Heimbach so schlecht, daß mit fünf Komturen deutscher Johanniter-Niederlassungen in Heimbach beraten wurde, wie man die Not des Hauses mildern könne. Güterverkäufe, auch in Mußbach, wurden erforderlich. Aber 50 Jahre später muß sich die Kommente bereits wieder so erholt haben, daß ab 1409 über ein Jahrhundert lang wieder Güter in Mußbach gekauft wurden. Der Herrenhof entwickelte sich zu einem großen landwirtschaftlichen Gut mit intensiver Viehhaltung, für die 1530 große Stallungen und Scheunen gebaut wurden. Die Fläche der Weinberge in Eigennutzung war immer bescheiden, dafür war der Besitz an ewig verpachteten Weinbergen um so größer, für die die Bauern und Winzer von Mußbach Weingülden zahlen mußten.

Während im Bauernkrieg (1524 bis 1525) die Kommende Heimbach gestürmt, ausgeplündert  und zerstört wurde – die Zeiskamer Bauern wurden später zu Schadenersatz verpflichtet – blieb interessanterweise das Ordenshaus in Mußbach davon verschont. Das lag sicher mit daran, daß sich in Mußbach die Bauern mit dem Orden einvernehmlich arrangiert hatten, aber auch daran, daß der Herrenhof als Wehrhof mit hohen Mauern umgeben war, in die sich die Mußbacher Bevölkerung zurückziehen konnte wenn Gefahr im Verzuge war. Jedenfalls wurde in der Generalrenovation von 1589 noch ein gutgeführtes großes Landgut ausgewiesen. Damals gehörten zum Hof die St. Johanneskirche, die Heidmühle, 375 Hektar Acker, 116 Hektar Wiesen, 5 Hektar eigenbewirtschaftete und 35 Hektar ewig verpachtete Weinberge und 165 Hektar Ordenswald. Schließlich besaß der Orden auch den Zehnten und eine Reihe von Abgaben durch die Bauern, die sogenannten Gülten. Ebenso unterstand ihm die Fischerei im Speyerbach und Rehbach. Die Überschüsse aus den Erträgen flossen zuerst dem Komtur Heimbach, ab 1512 dem Großprior in Deutschen Landen und Komtur vom Heimbach mit Sitz in Heitersheim Baden (Malteser-Schloß) zu. Alle Jahre einmal wurden die Beamten des kurfürstlichen Oberamtes zu einem Mittagessen mit anschließender Belustigung feierlich eingeladen.

Der Wein, sowohl der selbst angebaute als auch der von den Bauern abgegebene „Gültenwein“, wurde über lange Jahre hindurch an das Ordenshaus in Speyer geliefert. Er wurde fuderweise per Floß auf dem Speyerbach befördert. Zwischen Ostern und Pfingsten wurde der Wein ausgeschenkt, denn nur in dieser  Zeit war er frei von der Getränkesteuer. In den Jahrhunderten der Ordensherrschaft wurde der Grundbesitz entweder in eigener Regie oder durch Hofleute in einer Art freier Pacht bewirtschaftet oder in Teilen an die Mußbacher Bauern verpachtet. Nach der Reformation blieb der Hof im Besitz des katholischen Malteserordens.

Dies ging solange gut, wie Frieden war. Die schlimmsten Zeiten erlebte der Mußbacher Herrenhof im 17. Jahr­hundert. 1621, es war das dritte Jahr im Dreißigjährigen Krieg, fand hier in der Gemarkung Mußbach ein Gefecht zwischen Truppen der Mannsfelder und der Spanier unter General Cordoba statt. Söldnerscharen zogen kämpfend, raubend, mordend und brennend durch das Dorf. Hunger und Pest rafften die Menschen dahin. Schon 1626 „lagen von den 1250 Morgen Ackerfeld 1000 öde und wüst. Von den 87 Morgen Weinbergen des Herrenhofes waren 64 verödet“. So lesen wir es in dem Bericht vom 24. Dezember 1626, den der Visitator dem Ordensmeister über den Mußbacher Hof erstattete: „Von den Pachten ging knapp ein Achtel ein, weil durch die Kriegsgelegenheiten die Pächter teils vertrieben, teils gestorben und die übrigen also ruiniert waren, daß die Wiesen  öde  und  brach  liegen  und  schier  niemand  vorhanden,  der  dieselben  anzunehmen  begehrte.“  Noch 15 Jahre nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges war ein Drittel der Weingülten unergiebig, d. h. sie brachten nichts mehr ein. Kaum schien man sich wieder zu erholen, brach neues Unheil über die Pfalz herein.

Ludwig XIV. schickte von Frankreich seinen General Mélac mit dem Befehl nach Deutschland: „Brulez le Palatinat!“(brennt die Pfalz nieder!). Speyer mit Dom, Heidelberg mit Schloß, alle Städte und Dörfer links und rechts des Rheins wurden 1689 eingeäschert. In Mußbach blieben nur die Kirche, Teile des Herrenhofs und wenige Häuser stehen. Die Bauern waren so arm geworden, daß sie viele Jahre keine Steuern mehr bezahlen  konnten. Der Malteserorden sah sich gezwungen, die Bebauung seiner Ländereien wieder in eigene Regie zu nehmen. Das hatte den Vorteil, daß der Hof als Einheit mindestens bis in die Tage der Französischen Revolution erhalten geblieben ist. Als am 17. Oktober 1797 der Friede von Campo Formio die Revolutionskriege beendete, wurde dem Malteserorden der gesamte Grundbesitz weggenommen und der Ehrenlegion als Eigentum zugewiesen, von dort kam er 1806 an die französische Tilgungskasse. Napoleon hatte den Hof für seine Ehrenlegion säkularisiert.

Als wenige Jahre später der französische Kaiser in Geldnöte kam, ließ er das Gut zur Tilgung von Schulden versteigern. Am 28. März 1811 begann die Versteigerung in kleinen Parzellen von je 5 Morgen. Der Kaufmann und Tabakfabrikant Jakob Kraetzer und dessen gleichnamiger Sohn ersteigerten den Herrenhof und 130 Hektar Acker, Wiesen und Weinberge. In sein Wappenschild am Haus und in die Grenzsteine ließ Kraetzer seine Initialen J.K. und die seiner Frau, S., für geborene Schick, sowie den Stockanker, das Berufszeichen der Kaufleute, einmeißeln. Nach dem Tode von  Jakob Kraetzer dem Jüngeren übernahm dessen Sohn Dr. Gustav Adolf Kraetzer den Herrenhof, und nach dessen Tod, 1870, führte dessen Sohn Josef zusammen mit seinem Schwager Otto Sartorius das Gut. 1899 zahlte Otto Sartorius seinen Schwager Josef aus und übernahm dessen Besitzanteil.

In den Händen der Familie Sartorius blieb der  Besitz, bis er 1970 an das Land Rheinland-Pfalz verkauft wurde. Das Land übergab die Liegenschaften zur weiteren Nutzung an die Staatliche Lehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft, Weinbau und Gartenbau (SLFA), die das Johannitergut mit dem Staatsweingut vereinte. Bis zur Beendigung der Neubauten der SLFA im Osten von Mußbach, 1983, wurden die Rebflächen vom Herrenhof aus bewirtschaftet.

 

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Membrum Bruchsal 

Die erste urkundliche Erwähnung eines Hauses in Bruchsal im Besitz der Johanniter findet sich im Jahr 1272. Die Ordensbrüder nahmen 1287 mit der Übertragung eines Hofguts, dessen Ländereien bei Durlach und Grötzingen lagen, eine bedeutende Schenkung entgegen. Das Membrum Bruchsal wurde wohl schon bald der Kommende Heimbach unterstellt, auch wenn die Zugehörigkeit erst für 1426 belegt ist.Zunächst nahm es eine günstige Entwicklung, geriet jedoch bereits im 14. Jahrhundert, möglicherweise im Gefolge des Heimbacher Vergleichs von 1382, in finanzielle Bedrängnis. Ein Teil der Güter ging deshalb in die Hände des Stadtherrn von Bruchsal, des Bischofs von Speyer, über. 1475 übertrug der Heimbacher Komtur mit Zustimmung des deutschen Provinzialkapitels das Membrum Bruchsal zur sogenannten Arrendatio, also zur Verwaltung auf Lebenszeit, dem Ordenskaplan Johann Descheler. Dieser hatte dafür jährlich 100 Gulden und ein Fuder Rotwein zu entrichten.

Die Gebäude wurden 1640 im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Der Orden konnte erst 1653 nach längeren Streitigkeiten, vor allem mit dem Speyerer Bischof und Trierer Erzbischof Philipp von Sötern, seinen Sitz in einem zu Lehen gegebenen Gebäude in der Nähe der Stadtkirche nehmen.

Seit 1648 firmierte das Bruchsaler Ordenshaus zusammen mit Weißenburg, das ebenfalls Membrum von Heimbach gewesen war, als Kommende Bruchsal-Weißenburg. Während der Ordensbesitz in Weißenburg 1794 im Verlauf der Revolutionskriege verloren ging, nahm das Kurfürstentum Baden nach dem Preßburger Frieden 1805 provisorisch von der Bruchsaler Niederlassung Besitz, gestattete aber dem Komtur Adam Reich von Reichenstein zunächst noch die Nutzung gegen eine jährliche Pachtsumme von 2000 Gulden. Obwohl der Pachtvertrag bis zum Jahr 1813 abgeschlossen war, übernahm die badische Regierung den gesamten Güterkomplex zum 1. Januar 1809 und verkaufte ihn vier Jahre später für 78.688 Gulden. Der Grundbesitz belief sich auf 330 Morgen. Dem ehemaligen Komtur wurde eine jährliche Pension von 1600 Gulden bewilligt, die später gekürzt wurde. Reichenstein verstarb verarmt am 21. November 1821.

Das eigentliche Ordenshaus befand sich vor der damaligen Stadtmauer Bruchsals an der Straße nach Bretten; die zugehörige Kapelle hatte keine Pfarrrechte. Weitere Gebäude lagen innerhalb der Stadt. Von allen Bauten einschließlich der Kapelle haben sich keine Reste erhalten. Nur die Johanniterstraße und die Bezeichnung An der Komturei erinnern noch an die einstige Anwesenheit des Ordens.

Membrum Weißenburg:

 

baustelle

 

Artikel wird noch ergänzt....